Klischee (Druckform) – Definition, Herstellung und Klischeekosten bei bedrucktem Klebeband
| Definition | Flexible Druckform für das Hochdruckverfahren (Flexodruck) |
| Synonyme | Druckform, Druckmatte, Klischeeplatte, Flexodruckplatte |
| Gegenstück | Sleeve (Druckhülse) – nahtlose zylindrische Druckform |
| Material | Fotopolymer (UV-empfindlicher Kunststoff) oder vulkanisierter Gummi |
| Herstellung | Fotopolymer: UV-Belichtung + Auswaschen · Gummi: Laserdirektgravur |
| Druckverfahren | Flexodruck (direktes Hochdruckverfahren) |
| Montage | Auf Druckformzylinder mittels doppelseitigem Klebeband oder magnetisch |
| Klischeekosten | Einmalig bei Erstauftrag, pro Druckfarbe, entfallen bei Nachbestellung |
| Aufbewahrung | Typisch bis zu 10 Jahre beim Druckdienstleister |
| Druckdaten | Vektorgrafik (EPS, AI, PDF), Schriften in Pfaden, Farbe nach Pantone/HKS/RAL |
Was ist ein Klischee? Definition und Begriffsherkunft
Der Begriff Klischee stammt vom französischen Wort cliché und bedeutet so viel wie Nachbildung oder Schablone. In der Drucktechnik bezeichnet er eine Druckform für das Hochdruckverfahren: Die zu druckenden Flächen stehen erhaben auf der Platte – ähnlich einem Stempel. Nur diese erhabenen Stellen nehmen die Druckfarbe auf und übertragen sie auf den Bedruckstoff.
Die ersten Klischees wurden im 19. Jahrhundert aus Zink oder Kupfer für den Zeitungs- und Buchdruck gefertigt. Im modernen Flexodruck – dem einzigen Druckverfahren zur Bedruckung von Klebeband – bestehen Klischees aus flexiblem Fotopolymer oder lasergravierbarem Gummi. Diese Flexibilität gibt dem Druckverfahren seinen Namen und ermöglicht die Bedruckung weicher, nicht-absorbierender Materialien wie BOPP-Folie, PVC-Folie oder Papier.
Funktionsweise im Flexodruck: Eine Rasterwalze dosiert die Druckfarbe und überträgt sie auf das Klischee, das auf einen Druckformzylinder montiert ist. Der Druckformzylinder presst das eingefärbte Klischee auf den Bedruckstoff (das Klebeband), der über einen Gegendruckzylinder geführt wird. Für jede Druckfarbe wird ein separates Klischee benötigt – eine moderne Flexodruckmaschine verfügt über bis zu zehn Druckwerke für Mehrfarbdrucke.
Wie wird ein Klischee hergestellt? Fotopolymer und Lasergravur
Für die Klebebandbedruckung werden zwei Herstellungsverfahren eingesetzt:
Alt-Tag: Klischee Fotopolymerplatte Flexodruck Druckform Nahaufnahme
Fotopolymerklischee: Belichtung und Auswaschen
Die Rückseite einer Fotopolymerplatte (UV-empfindlicher Kunststoff) wird zunächst durch eine Rückseitenbelichtung ausgehärtet – das bildet die Basis. Anschließend wird das Druckmotiv mittels Negativfilm auf die Schichtseite aufgetragen und durch UV-Belichtung polymerisiert. Die nicht druckenden Bereiche werden mit Lösungsmitteln oder Wasser ausgewaschen. Das Ergebnis: Eine flexible Platte, auf der das Druckmotiv als erhabenes Relief steht.
In modernen Betrieben kommt statt des Negativfilms zunehmend die Computer-to-Plate-Technologie (CtP) zum Einsatz, bei der das Motiv direkt auf die Platte belichtet wird – schneller und passgenauer.
Gummiklischee: Laserdirektgravur
Bei der Laserdirektgravur schneidet ein computergesteuerter Laser die nicht druckenden Flächen aus einer vorvulkanisierten Gummiplatte heraus. Das Druckmotiv bleibt als erhabenes Relief stehen. Dieses Verfahren ist besonders für Sleeves (Druckhülsen) geeignet, da der Laser das Motiv direkt auf den rotierenden Zylinder graviert – nahtlos und endlos.
Klischee und Sleeve: Unterschiede im Klebebanddruck
Im Klebebanddruck stehen zwei Druckformtypen zur Verfügung: das flache Klischee (Fotopolymerplatte) und der Sleeve (Druckhülse). Die Wahl hat direkten Einfluss auf Druckqualität, Kosten und das Erscheinungsbild des bedruckten Klebebands.
Alt-Tag: Klischee vs Sleeve Vergleich Druckform Klebeband Rapportnaht schematisch
| Eigenschaft | Klischee (Fotopolymerplatte) | Sleeve (Druckhülse) |
|---|---|---|
| Bauform | Flache Platte, auf Zylinder geklebt | Nahtlose zylindrische Hülse |
| Material | Fotopolymer (UV-Kunststoff) | Gummi (lasergraviert) |
| Rapportnaht | Ja – schmale Linie (~1–2 mm) bei jeder Motivwiederholung | Nein – nahtloser Endlosdruck |
| Ideal für | Positivdruck, einfache Motive, kleine Auflagen | Negativdruck, Endlosmotive, hohe Qualitätsansprüche |
| Mehrfarbdruck | Gut (ein Klischee pro Farbe) | Exakter bei ineinandergreifenden Motiven |
| Kosten | Günstiger | Höhere Herstellungskosten |
| Farbqualität | Gut | Etwas brillanter (gleichmäßigere Farbübertragung) |
Rapportlänge und Rapportnaht: Was Besteller wissen müssen
Der Rapport ist die kleinste abgeschlossene Einheit eines Druckmotivs, die sich auf dem Klebeband fortlaufend wiederholt. Die Rapportlänge entspricht dem Umfang des Druckformzylinders und bestimmt, in welchem Abstand das Motiv erneut erscheint – typisch sind 100 bis 500 mm, je nach Maschinenkonfiguration.
Alt-Tag: Rapportlaenge Rapportnaht Klebeband bedruckt Versatz schematisch
Bei flachen Klischees entsteht dort, wo Anfang und Ende der Platte auf dem Zylinder aneinanderstoßen, eine schmale druckfreie Linie – die Rapportnaht (auch „Ansatzstelle" oder „Blitzer" genannt). Diese Naht ist ca. 1–2 mm breit und bei einfachen Positivdrucken kaum sichtbar. Bei Negativdrucken mit dunklen Flächenfarben fällt sie dagegen deutlich ins Auge.
| Maßnahme | Wirkung | Kosteneinfluss |
|---|---|---|
| Sleeve statt Klischee verwenden | Nahtloser Endlosdruck, kein Blitzer | Höhere Druckformkosten |
| Schräge Rapportnaht (~15°) | Naht weniger auffällig | Kein Aufpreis |
| Positivdruck statt Negativdruck wählen | Naht unsichtbar, da Hintergrund unbedruckt | Kein Aufpreis |
Was kosten Klischees? Klischeekosten im Überblick
Klischeekosten (auch: Werkzeugkosten, Druckformkosten) sind die einmaligen Kosten für die Herstellung der Druckform bei der Erstbestellung von bedrucktem Klebeband. Sie fallen pro Druckmotiv an – ändert sich das Motiv, entstehen erneut Klischeekosten. Bei unveränderten Nachbestellungen entfallen sie vollständig.
Alt-Tag: Klischeekosten Struktur einmalig Nachbestellung Farbanzahl Uebersicht
| Kostenfaktor | Typische Praxis |
|---|---|
| Berechnung | Einmalig bei Erstauftrag oder Motivwechsel |
| Preisstruktur | Pro Druckfarbe – mehr Farben = höhere Kosten |
| Nachbestellung | Klischeekosten entfallen bei unverändertem Motiv |
| Aufbewahrung | Klischees werden typischerweise bis zu 10 Jahre vom Druckdienstleister aufbewahrt |
| Verschleiß | Bei Abnutzung: Austausch häufig kostenlos durch den Hersteller |
| Sleeve-Aufpreis | Sleeves sind in der Herstellung teurer als Fotopolymerklischees |
| Ab hohen Auflagen | Manche Anbieter erlassen Klischeekosten ab bestimmten Rollenmengen |
Druckdaten für die Klischeeherstellung: Anforderungen und Formate
Damit ein Klischee fehlerfrei hergestellt werden kann, müssen die Druckdaten bestimmte Anforderungen erfüllen:
| Anforderung | Details |
|---|---|
| Dateiformat | Vektorgrafik: .AI (Adobe Illustrator), .EPS, .CDR (CorelDRAW) oder .PDF |
| Schriften | In Pfade/Kurven umgewandelt (zur Vermeidung von Schriftart-Fehlern) |
| Farbangabe | Nach Pantone C, HKS-N oder RAL – Sonderfarben (Gold, Silber) auf Anfrage |
| Auflösung (Fotos) | Mindestens 300 dpi im Endformat (für Foto-/Rasterdrucke) |
| Linienstärke | Mindestens 0,3 mm für Positivdruck, ca. 0,5 mm für Negativdruck |
| Freigabeprozess | Korrekturabzug (Proof) durch den Druckdienstleister vor Produktion |



