Die Geschichte des Flexodruckverfahrens – von der Gummiwalze bis zur Hightech-Druckmaschine
Wenn du heute ein individuell bedrucktes Klebeband in der Hand hältst, denkst du wahrscheinlich nicht direkt an ein über 100 Jahre altes Druckverfahren. Doch genau das ist der Flexodruck. Was heute mit hochmodernen Druckmaschinen, wasserbasierten Farben und digitalen Prozessen umgesetzt wird, begann einst mit einfachen Gummiwalzen und Tinten. In diesem Beitrag tauchen wir in die spannende Geschichte des Flexodrucks ein – von den Anfängen bis zur modernen Anwendung im Verpackungsbereich.
Die Anfänge: Der Ursprung im Buchdruck
Die Ursprünge des Flexodrucks reichen bis ins späte 19. Jahrhundert zurück. Damals wurde erstmals versucht, drucktechnische Verfahren auf flexible Materialien wie Zellophan oder dünne Folien anzuwenden, mit denen der klassische Buchdruck nicht umgehen konnte. Das erste Konzept für den sogenannten „Anilindruck” (benannt nach den damals verwendeten Anilinfarben) wurde um 1890 in England entwickelt.
Die Technik war zunächst sehr einfach: Gummistempel oder Walzen wurden mit Farbe bestrichen und über das Material gerollt. Die Druckqualität war grob, die Farben waren oft giftig und der Geruch unangenehm. Doch das Grundprinzip war geboren: Eine flexible Druckform überträgt Farbe auf ein flexibles Substrat.
Die Entwicklung zum industriellen Verfahren
In den 1920er- und 1930er-Jahren gewann der Anilindruck vor allem im Bereich von Verpackungsmaterialien und Etiketten an Bedeutung – zunächst in den USA und später auch in Europa. Die ersten Flexodruckmaschinen wurden in Serienproduktion hergestellt. Allerdings war der Name „Anilindruck” zunehmend negativ besetzt, da die verwendeten Farben gesundheitsschädlich waren.
Deshalb wurde das Verfahren in den 1950er-Jahren umbenannt. Der „Flexodruck“ (abgeleitet von „flexibel“) war geboren – als moderne, weiterentwickelte Version des ursprünglichen Anilindrucks. Die Druckmaschinen wurden technisch verbessert, die Druckplatten (Klischees) aus Gummi durch präzisere Materialien ersetzt und die Farben kontinuierlich weiterentwickelt.
Technologischer Durchbruch: Fotopolymerplatten und Sleeves
Ab den 1970er-Jahren kam es zu einem echten Technologiesprung. Mit der Einführung von Fotopolymerplatten war es erstmals möglich, sehr feine Linien, kleine Schriften und komplexe Motive im Flexodruck zu reproduzieren. Dadurch wurden völlig neue Anwendungen möglich, etwa im Lebensmittelverpackungsdruck, bei Tragetaschen, Etiketten oder – wie bei uns – individuell bedrucktem Klebeband.
In den 1990er-Jahren wurde die Entwicklung nochmals revolutioniert. Mithilfe der Sleeve-Technologie konnten vollflächige Drucke ohne Nahtstellen realisiert werden. Gleichzeitig wurden umweltfreundlichere Druckfarben auf Wasserbasis entwickelt, wodurch sich der Flexodruck auch unter ökologischen Gesichtspunkten etablieren konnte.
Flexodruck heute: Präzise, schnell und nachhaltig
Heute zählt der Flexodruck zu den weltweit führenden Druckverfahren, insbesondere in der Verpackungsindustrie. Moderne Flexodruckmaschinen arbeiten hochautomatisiert mit lasergravierten Klischees, computergesteuerten Farbwerken und sind sehr energieeffizient.
Dank hoher Druckgeschwindigkeiten, kurzer Rüstzeiten, eines geringen Farbverbrauchs und der Möglichkeit, verschiedenste Materialien zu bedrucken, ist der Flexodruck aus der Produktion von Verpackungen, Etiketten und Klebebändern heute nicht mehr wegzudenken.
Auch im Hinblick auf Nachhaltigkeit hat sich viel getan: Wasserbasierte Farben, recycelte Trägermaterialien, biologisch abbaubare Kleber (zum Beispiel Naturkautschuk bei Papierklebeband) und ein energieeffizienter Produktionsprozess machen das Verfahren zukunftsfähig.
Vom Handwerk zur Hightech-Branche
Was als einfache Lösung zur Bedruckung flexibler Materialien begann, ist heute ein hochpräzises und vielseitiges Verfahren, das in Industrie, Logistik und Marketing neue Möglichkeiten eröffnet. Das bedeutet für dich: Du kannst mit deinem Design und deiner Marke professionell auftreten – bereits ab kleinen Stückzahlen, in hochwertiger Produktion und nachhaltiger Umsetzung.
Die Geschichte des Flexodrucks zeigt eindrucksvoll, wie sich ein ursprünglich handwerkliches Verfahren im Laufe von Jahrzehnten zu einer industriellen Hochtechnologie entwickeln kann. Und das Beste ist: Der Flexodruck steht nicht still. Neue Materialien, digitale Druckvorstufen und umweltschonende Prozesse sorgen dafür, dass das Verfahren auch in Zukunft relevant bleibt.
Wenn du dich also für bedrucktes Klebeband entscheidest, dann entscheidest du dich gleichzeitig für ein modernes, nachhaltiges und bewährtes Druckverfahren mit Wurzeln, die über 100 Jahre in die Vergangenheit reichen.